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Montag, 14. September 2009

Nelumbo nucifera - Lotosblume

Am Samstag hat mich meine Mutter zu einem Ausflug in den Schaugarten nach Schwante eingeladen. Trotz Verkehrswidrigkeiten sind wir bei schöner Sonne in Schwante angekommen. Ich hatte bereits über diesen Garten im Tagesspiegel gelesen, aber ich kam aus dem Staunen und Genießen nicht mehr heraus. Der Garten ist wunderschön und einzigartig angelegt. Herr Beuthe hat sich nach der Wende das Grundstück gekauft und einen Traum verwirklicht. Zu sehen sind unter anderem ein Lavendel-Garten, sowie ein "Grünes Gewölbe"-  angelegt aus Buchs, Eiben und einer hier nicht heimischen Zedernart. Die absolute Hauptattraktion sind allerdings drei große Teiche in denen Lotosblumen wachsen - seit Juli in Blüte! Die Lotosblume steht für Reinheit im Hinduismus und Buddhismus - Ihre Blätter, die an der Wasseroberfläche schwimmen, lassen jegliche Feuchtigkeit ab perlen und sind somit vor Verunreinigungen und Parasiten geschützt. Im Buddhismus zählt die Lotosblume zu den acht Kostbarkeiten und symbolisiert den Lauf der Zeiten - Ein Same braucht bis zu vier Jahre zum Keimen, noch weitere Jahre braucht die Blume bis zur Blüte. Wenn sie denn dann blüht, sieht man über der Wasseroberfläche Blüten geschlossen, aufgeblüht und verblüht. Auch soll die Blume die Lehre Buddhas erläutern: Die Wurzel steht im Schlamm, daraus wächst die Blüte und blüht weit oberhalb des Wasserspiegels. Die Blütenfarbe variiert von Rosa bis Rosarot, die normale Seerose erscheint dagegen unscheinbar.
Ich hatte meine Kamera mit und habe wunderbare Fotos gemacht - sie sind beim Übertragen auf den Computer verloren gegangen! Seit zwei Tagen trauere ich diesen Fotos hinterher - ich wollte sie gerne im Blog zeigen. Ich selbst schaue mir so gerne Bilder an, manche Internetseiten besuche ich nur um Bilder anzusehen. Durch den Verlust der Bilder war ich schon soweit diesen Post nicht zu schreiben. Dann musste ich an einen Artikel denken, den ich vor einigen Monaten irgendwo gelesen habe. Die Menschen heute - im Zeitalter der Digicams, Internet, usw. - gehen nur noch durch die Welt mit dem einen Gedanken: Welches Foto kann ich als nächstes machen. Die Augen und Gedanken schauen quasi nur noch durch eine Kamera - nicht mehr aus ihnen selbst heraus. Wie wichtig ist eigentlich ein Foto? Ein Foto ist - wie man sieht - so vergänglich. Die Bilder im Kopf aber bleiben. Mir bleibt also meine ganz eigene Erinnerung an die wunderschönen Blüten, teilweise halb geöffnet, in einem zarten Rosa im Licht der Herbstsonne. Und im Sinne Buddhas achte ich den Lauf der Zeiten und werde nächsten Sommer wieder nach Schwante fahren und mir die Lotosblumen erneut ansehen. 

Kommentare:

  1. Thanks for your lovely words on my blog fleas - they made me feel so much better. I am sorry you lost your photos, but glad that you are able to see the positive side of it!

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  2. Und ohne Bilder muß man eben mehr beschreiben - vielleicht ist die Lotusblüte , die ich nach dem Lesen deines Posts vor meinem inneren Auge sehe noch schöner als die echte.

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  3. Wenn ein Gartenfan bist, ist es vielleicht für dich interessant, das ist die offene Pforte gibt. In der offenen Pforte haben sich ganz locker Karteninteressenten zusammengefunden. Es sind alles Privatleute, die ihre eigenen Gärten ausstellen und an einem Tag oder an einigen wenigen Tagen im Jahr den Garten für die Öffentlichkeit öffnen. Siehe zum Beispiel hier: http://www.offenepforte-braunschweig.de/ und hier (das habe ich geschrieben): http://garten-anders.blogspot.com/search/label/Offene%20Pforte

    Die LotosBlume gibt es übrigens auch im botanischen Garten in Braunschweig. Sie ist wirklich sehr beeindruckend.
    Wolf

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  4. Lieber Wolf,
    vielen Dank für die Links. In Berlin und Brandenburg gibt es 2x im Jahr den Tag der offenen Gärten. (ein Link ist auf meinem 2. Post meines Blogs von Anfang Juni) Das ist immer sehr schön. In Braunschweig war ich noch nicht - wenn ja, würde ich gerne den "anderen Garten" einmal besuchen.

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